Berliner Mauerstreifenparks in der Übersicht

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1988 - 1993

© 1992 Gustav Lange | Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz

Wettbewerbsergebnis 1992, vor Überarbeitung Gustav Lange wollte die beiden Mauerverläufe durch niedrige Sitzmauern, auf denen auch Wasser laufen sollte, nachzeichnen. Dies wurde jedoch von den Anwohnern abgelehnt, da es sie zu sehr an die echte Mauer erinnere. Auch wurde die Ausformulierung teilweise missverstanden. Deswegen wurde in der Überarbeitung eine andere Form gewählt, der Grundgedanke jedoch blieb.

© 1991 Almut Jirku | Almut Jirku

Grenzstreifen 1991 Nach der Entfernung der Mauer lag das Gelände des ehemaligen Ostteils brach. Im Westen war ab 1988 ein Kleingewerbegebiet entstanden.

© 1991 Almut Jirku | Almut Jirku

Grenzpatrouillenweg kurz nach dem Mauerfall

Nach dem Mauerfall

Auf dem Areal des Mauerparks verlief die Grenze zunächst entlang der Schwedter Straße. Die Hinterlandmauer war zugleich die Begrenzung des Jahn-Sportstadions nach Westen. Da deswegen ein Grenzstreifen nach Westen fehlte, bemühte sich die DDR um einen Gebietstausch. Dieser erfolgte 1988. Die Grenze wurde nach Westen an die jetzige westliche Grenze des Mauerparks verschoben. Dafür erhielt Berlin (West) das Lennédreieck am Potsdamer Platz. Die Vorderlandmauer wurde entsprechend verlegt, zur Anlage des Stadionzugangs nach Westen kam es nicht mehr.

 

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Der Mauerpark

© 2007 Franz Richter | Eigenes Werk Mauerpark

© 1994 Prof. Gustaf Lange/GrünBerlin | GrünBerlin GMbH Lageplan Stand 1994

Der Lageplan zeigt den Gesamtentwurf nach Überarbeitung durch Prof. Gustav Lange. Bisher wurde nur die östliche Hälfte realisiert. Nördlich der Gleimstraße schließt sich der Parkteil an, der von der GrünBerlin GmbH mit anderen Landschaftsarchitekten geplant und angelegt wurde.

© 1995 Almut Jirku | almut Jirku Birkenhain, Blick nach Süden

© 1995 Almut Jirku | Almut Jirku Blick von der Böschung am Amphitheater

© 1995 Almut Jirku | Almut Jirku Amphitheater kurz nach Fertigstellung

© 2008 Almut Jirku | Almut Jirku Große Wiese, Blick nach Süden

© 1996 Almut Jirku | Almut Jirku Scilla im Birkenhain

Frühjahrsaspekt kurz nach Fertigstellung

© 2011 Almut Jirku | Almut Jirku Blick auf die Böschung

An schönen Tag wird der Mauerpark sehr stark in Anspruch genommen.

© 2011 Almut Jirku | Almut Jirku Sonntags auf der großen Wiese

© 1995 Almut Jirku | Almut Jirku Hinterlandmauer auf der Böschungskrone

Die Bemalung der Hinerlandmauer ist erlaubt. Die Hoffnung, dass daurch andere Bereiche frei von Graffiti bleiben würden, hat sich jedoch nicht erfüllt.

© 2000 Almut Jirku | Almut Jirku Aufgang zum Hang

© 1995 Almut Jirku | Almut Jirku Parkeingang von Süden

Baumbestandene Stufen führen von der Eberswalder Straße in den Mauerpark

© 2002 Almut Jirku | Almut Jirku Mauerpark im Frühling

Blühende Sträucher als Hintergrund für Modeaufnahmen

©  Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Abt. III | Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Abt. III Luftbild Mauerpark und Umgebung

© 2000 Almut Jirku | AJ Blick nach Westen

Deutlich wird die Überstrapazierung der Rasenfläche

© 1995 Almut Jirku | AJ Mauerpark

Eschenbestander Platzbereich an der Schwedter Straße

© 2010 Almut Jirku | AJ Mauerpark

Birkenhain im Norden

© 1995 Almut Jirku | AJ Mauerpark, wiederentdeckte Schwedter Straße

Die Straße zeichnet den Verlauf der ersten Vorderlandmauer nach. Wer aufmerksam das Pflaster ansieht, kann die Stellen entdecken, wo die Grenzpfosten gestanden haben.

© 2011 Stadtpoetin | Eigenes Werk Berliner Mauer

© 2005 Georg Feitscher | Eigenes Werk Mauerpark

© 2010 Caps 11 | Eigenes Werk Mauerpark im Winter

im Hintergrund der Fernsehturm

© 2012 Spree Tom | Eigenes Werk Im Vordergrund der S-Bahnhof Bornholmer Straße, dahinter der Jahn-Sportplatz und der Mauerpark

© 2010 Niels Elgaard Larsen | Eigenes Werk Karaoke im Mauerpark

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Der Mauerpark


Der Mauerpark zwischen den ehemaligen Bezirken Wedding und Prenzlauer Berg war der erste Park, der nach der Wende geplant wurde. Nach einem Entwurf von Gustav Lange wurde die erste Hälfte, im ehemaligen Ostteil der Stadt, 1994 fertiggestellt. In den folgenden Jahren wurde er nach Norden verlängert. Die westliche Hälfte wartet bis heute auf ihre Fertigstellung (8/2012).
Das Gebiet grenzt unmittelbar an den Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark und den Falkplatz. Der Mauerpark verknüpft Ost und West und verbessert das Erholungsangebot für die hochverdichteten Innenstadtbezirke.
Wesentliche Elemente sind die große Wiese in der Ebene, eine Lichtung in der Stadt, die Böschung in Richtung Stadion, die einen hervorragenden Ausblick nach Westen eröffnet. Der Verlauf der Vorderlandmauer, die hier wegen eines Gebietstausches nacheinander an zwei Stellen verlief, wird durch Wege markiert. Der erste, östliche Mauerverlauf wird durch die wieder aufgefundene Schwedter Straße hervorgehoben. Der spätere, westliche Mauerverlauf bildet zur Zeit die Grenze des realisierten Parkteils im Westen. In der Norderweiterung befinden sich ein Kinderbauernhof und Spielangebote.

Kennzeichnend für das Konzept ist die Beibehaltung der Leere, die diesen Raum sowohl als Bahngelände wie als Grenzstreifen kennzeichnete. Als Lichtung in der Stadt wird sie neu interpretiert. Die große zentrale Rasenfläche, die das Erleben von Weite inmitten der dichten Bebauung zulässt, wird auf der Ostseite gehalten vom Hang, der die Rückseite des Jahn-Sportstadions bildet. Die ehemaligen Grenzlinien, die hier an zwei Stellen verliefen, werden durch Wege nachgezeichnet.
Die wiederentdeckte Schwedter Straße bildet die Grundlinie am Fuß des Hanges. Parallel dazu soll der Mittelweg, später von Bäumen und Statuen begleitet werden, nach Norden führen. Er markiert den Grenzverlauf nach dem Gebietstausch 1988 und beendet zur Zeit den ersten Bauabschnitt. Zwischen diesen beiden Linien bildet eine Treppenanlage, gefolgt von einem Hain, den Auftakt des Mauerparks. Die Hinterlandmauer, graffitibedeckt, ist als Grenze zwischen Stadion und Park übriggeblieben, ebenso der Asphaltweg. Hier ist es erlaubt, die Mauer weiterhin zu bemalen. (Es bestand die Hoffnung, dass dadurch andere Parkelemente von Graffiti verschont bleiben würden. Diese hat sich jedoch nicht erfüllt.)
Granitblöcke bieten Sitzgelegenheiten, große Schaukeln schwingen weit in den Raum. Der Hang selbst, für den die Toskana als Vorbild diente, sollte sich im Frühjahr und Frühsommer in ein Blütenmeer verwandeln. Durch die intensive Nutzung konnten jedoch nur die robusteren Pflanzen überleben. Die starke Nutzung des Amphitheaters führt immer wieder zu Erosionserscheinungen in diesem Bereich.
Nähert man sich dem Park von Süden, bilden baumbestandene Stufen den Eingangsbereich. Östlich der Schwedter Straße führt ein Zickzackweg auf die Böschung. Im weiteren Verlauf der Schwedter Straße schieben sich westlich granitgerahmte rechteckige Bereiche in die Rasenfläche. Geschnittene Kuben aus immergrünen Nadelhölzern befinden sich dazwischen. Dann treffen die Besucher auf eine Sammlung grob behauener Granitsteine, locker von Eschen überstanden. Gegenüber fügt sich ein Amphitheater in den Hang. Westlich schließt sich wiederum ein Basketballplatz an. Ursprünglich sollte hier ein Wasserspiegel entstehen, der jedoch nicht finanzierbar war. Den nördlichen Abschluss bildet ein Karree aus geschnittenen Nadelhölzern, in dem Laubbäume stehen.
Auf der Schotterfläche über einem Tunnel bilden Birken einen lichten Hain, die Stützmauer begleiten Efeu und Hainbuchen. Zahlreiche blaue Scilla unter den Birken bieten im Frühjahr eine bezauberndes Bild. Dieser Bereich war zunächst durch einen Zaun und ein Hundesperrgitter abgetrennt. Doch wurde das Hundeverbot permanent missachtet, weswegen der Zaun beseitigt wurde.
Der Spielplatz, der am nördlichen Ende der Wiese platziert ist, sollte ursprünglich unter Bäumen im westlichen Teil angesiedelt werden. Doch ließ dies zu lange auf sich warten. Das Gestänge in der Nähe ist ein Schülerprojekt. Beide Elemente stehen im Gegensatz zum Konzept der freien offenen Lichtung und sollen mit der Erweiterung des Parks verlagert werden.
Der Nordbereich wird an der Gleimstraße durch eine Treppenanlage und über einen Eingangsbereich am Kinderbauernhof mit Granitstufen und Rampe erschlossen. Diese begrenzen einen intensiv zu nutzenden Spielbereich (Asphaltfläche) mit einer Streetball-Anlage und Baumpflanzungen. Weiter nördlich schließt sich ein weiterer Spielbereich mit einem Kletterfelsen an.
Die Hauptwegeachse wird durch einen Senkgarten unterbrochen. Weiden, Wiesen- und Pflanzflächen, die teilweise von dem bestehenden Kinderbauernhof genutzt werden können, prägen die öffentliche Parkfläche.
Der Mauerpark war der erste Park im Stil der zweiten Moderne, der in Berlin realisiert wurde. Er wurde und wird sehr gut angenommen, hat sich zu einer wahren Touristenattraktion entwickelt. Seine Substanz ist erheblich angegriffen und es gibt gravierende Probleme mit Müll und Hundehinterlassenschaften, besonders an bzw. nach den Wochenenden durch den benachbarten Flohmarkt und regelmäßig sonntags stattfindende Karaokeveranstaltungen. Die zurzeit sehr intensive Nutzung überfordert jede Rasenfläche. Auch deswegen ist die Erweiterung dringend erforderlich.


Sehenswürdigkeiten • Attraktionen

Neben dem 1. Bauabschnitt des Mauerparks hat sich seit 2004 ein Flohmarkt etabliert, der an den Wochenenden gut besucht ist. Im Mauerpark findet regelmäßig sonntags eine Karaokeveranstaltung im Amphitheater statt.


Dieser Beitrag wurde verfasst von Almut Jirku unter Mitarbeit bzw. Verwendung von Texten folgender Autoren: Prof. Gustav Lange (Entwurf Mauerpark), GrünBerlin (Nordteil) und Michael Breuckmann.


Quellenangaben

Kröger, Susanne Isabel: Beliebt und übernutzt - der Berliner Mauerpark unter Druck. Über die geplante Erweiterung und mangelnde Pflege. In: Garten + Landschaft,Jg.: 119, Nr.11, 2009 Seite 8-9

Petrow, Constanze A.: Wie viel Mitsprache verträgt die Baukunst? Der Mauerpark in Berlin. TOPOS European Landscape Magazine Nr. 49, S. 49-57, 2004

Jirku, Almut, Berlin: Grün verbindet. In: Topos 15, Juni 1996, S. 126 - 131

Weiss, Patrick: Brücke zwischen Ost und West. In: Garten und Landschaft,102, H.12/1992, S. 19 - 24


© 2012 Alle Rechte vorbehalten. • Letzte Aktualisierung am 31.08.2012.

Adresse

Eberswalder Straße (Süden), Gleimstraße (Norden)
10437 Berlin (Pankow, Mitte)

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Zugang / Eintrittspreise

Zugang von Süden: Eberswalder Straße /Bernauer Straße, U Bhf. Eberswalder Straße
Zugang von Norden: Gleimstraße, U + S Bhf. Schönhauser Allee

Öffnungszeiten

jederzeit zugänglich

Anfahrt

ÖPNV

Zugang von Süden: Eberswalder Straße /Bernauer Straße, U Bhf. Eberswalder Straße
Zugang von Norden: Gleimstraße, U + S Bhf. Schönhauser Allee

PKW

Schönhauser Allee, Eberswalder Straße oder Gleimstraße

Projektdaten

Größe 1. Bauabschnitt: ca. 4-5 ha

Bauherr
GrünBerlin GmbH
Gefördert durch: Allianz Umweltstiftung

Auftraggeber
Land Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz

Weitere Informationen (Links)

Planung & Konzeption

Wettbewerbserfolg, Überarbeitung, LP 2 -5

Gustav Lange
Prof. Gustav Lange, Hamburg, Ankerland

Webseite »


Nordpark

Thomas Guba für GrünBerlin GmbH und Michael Breuckmann Gartenarchitektur

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