Berliner Mauerstreifenparks in der Übersicht

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Invalidenfriedhof

© 2012 Bernd Kraft | bk Friedhofgelände

Blick auf das Friedhofsareal mit Mauerweg und zum Teil erhaltener Hinterlandmauer.

© 2012 Bernd Kraft | bk Historische Grabmahle

Nach der Wiedervereinigung wurde der Invalidenfriedhof mit den erhaltenen Grabstätten und den Resten der Berliner Mauer unter Denkmalschutz gestellt. Ziel war es, sich dem historischen Erscheinungsbild anzunähern, dabei aber die Zerstörungen, die durch die Grenzanlagen entstanden waren, nicht zu verbergen.

© 2012 Bernd Kraft | bk Friedhofsgelände

Die mit bräunlichem Kies befestigten Hauptwege wurden 1992/1993 bzw. 2000 wiederhergestellt. Im Bereich des ehemaligen Grenzstreifens konnten einige Nebenwege nach historischem Vorbild angelegt werden. Die neu gepflanzten Lindenbäume stehen in unregelmäßigen Abständen. Die Standorte wurden anhand der erhaltenen alten Baumstümpfe rekonstruiert.

© 2012 Bernd Kraft | bk Friedhofsmauer

Die historische Friedhofsmauer, die teilweise als Grenzmauer diente, wurde in ihrer historischen Form rekonstruiert. Der ursprünglich freigelassene mittlere Bereich, der zu DDR-Zeiten zugemauert war, wurde wieder geöffnet und eine neue "Königslinde" gepflanzt.

© 2012 Bernd Kraft | bk Die neu gepflanzte Königslinde mit der wieder geöffneten Friedhofsmauer

Die alte "Königslinde", die beim Mauerbau im Wege stand und gefällt wurde, ist nach König Friedrich II benannt, der der Legende nach hier verweilt haben soll.

© 2012 Bernd Kraft | bk Hinterlandmauer

Die erhaltenen Abschnitte der Hinterlandmauer wurden 2003 sorgsam restauriert.

© 2012 Bernd Kraft | bk Kolonnenweg

Er ist heute ein Teil des zwischen 2002 und 2006 angelegten Berliner Mauerwegs, der 160 Kilometer auf dem ehemaligen Grenzstreifen zwischen West- und Ostberlin verläuft.

© 2012 Bernd Kraft | bk Wegesysteme

Die alten und neuen Wegesyteme wurden sowohl farblich als auch vom Material her unterschiedlich voneinander ausgeführt. Auf den abgeräumten Grabfelder wurden neue Rasenflächen angelegt.

© 2012 Bernd Kraft | bk Rasenflächen

Auf den abgeräumten Grabfeldern hat man neue großflächige Rasenflächen angelegt, die betreten und als Liegewiese genutzt werden dürfen.

© 2012 Bernd Kraft | bk Kissensteine

Mit den Familien, deren Grabstätten völlig zerstört waren, einigte man sich, dass diese nicht mehr rekonstruiert werden. Stattdessen ist es erlaubt, einheitlich gestaltete Gedenksteine ("Kissensteine" oder "Restitutionssteine") mit 60×60 cm Größe auf identifizierten Grabstellen abzulegen.

 

© 2012 Bernd Kraft | bk Sarkophaggräber

1999 wurden sechs Sarkophaggräber, die verschüttet waren, wiederendeckt und sorgfältig restauriert. Sie gehören zu den ältesten, am ursprünglichen Begräbnisort unter freiem Himmel erhaltenen, repräsentativen Grabmalen Berlins.

© 2012 Bernd Kraft | bk Friedhofsallee

In den vergangenen Jahren sind einige charakteristische Friedhofsalleen wieder angepflanzt und auch erste bedeutende Gräber vollständig restauriert worden. Im Hintergrund zu sehen sind Teile der Hinterlandmauer.

Stories

Historische Grabstätten

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Grambmal von Elisabeth von Kottulinsky

Das Grabmal von Elisabeth von Kottulinsky (1767–1774), die mit sieben Jahren an der „Kriesel-Kranckheit“ (heute Tuberkulose) starb, ist die älteste noch existierende Grabstätte auf dem Friedhof. Ein Relief auf dem Sarkophag des Mädchens zeigt eine Sanduhr, die als Allegorie auf die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens hinweisen soll. Die Inschrift lautet: „Ein Kind guter Hoffnung, ihre Seele gefiel Gott wohl, darum eilte er mit ihr aus diesem bösen Leben und versetzte sie frühzeitig in die ewige Freude und Seeligkeit.“

© 2012 Bernd Kraft | bk

Grabmale der Brüder von Pirch

Das älteste noch erhaltene Grabmal, das Karl Friedrich Schinkel für den Invalidenfriedhof entwarf, entstand im Auftrag der Geschwister von Generalleutnant Otto Carl Lorenz von Pirch (1765–1824). Die gefährdeten Grabdenkmale wurden 1990 zur Sicherung abgebaut und eingelagert und nach ihrer Restaurierung im Jahre 1997 wieder aufgestellt. Die Originalplatten des Grabmals von Georg von Pirch waren in so schlechtem Zustand, dass sie durch Neugüsse ersetzt werden mussten.

© 2012 Bernd Kraft | bk

Grabanlage General Gerhard von Scharnhorst

Das auffälligste und bedeutendste Monument des Friedhofs findet sich in Grabfeld C in der Grabanlage für General Gerhard von Scharnhorst und seine Familie. Scharnhorst, ehemaliger Kriegsminister, war 1813 in Prag an den Folgen einer Verwundung gestorben.

© 2012 Bernd Kraft | bk

Grabstätte Ernst Job Wilhelm von Witzleben

Das letzte Grabdenkmal, das Karl Friedrich Schinkel für den Invalidenfriedhof konzipierte, schmückt die Ruhestätte von Ernst Job Wilhelm von Witzleben (1783–1837), königlich-preußischer Generalleutnant, Generaladjutant und von 1834 bis zu seinem Todesjahr Kriegsminister.

© 2012 Bernd Kraft | bk

Grabmal Christoph Natter

Ungewöhnlich für den Invalidenfriedhof ist das Grab des im Ersten Weltkrieg getöteten Jagdfliegers Hans Joachim Buddecke (1918). Es ist modernistisch gestaltet. Das expressionistisch beeinflusste Grabdenkmal entwarf der Jenaer Künstler und Kunstpädagoge Christoph Natter.

© 2012 Bernd Kraft | bk

Grabstätte Familie von Boyen

Friedrich August Stüler entwarf die Anlage für Generalmarschall Hermann Ludwig Leopold von Boyen (1814-1819) und dessen Familie. Die schlanken hohen Sandsteinsäulen, auf denen zwei Engeln stehen, sind verziert mit Palmen, Datteln und Eulen.

© 2012 Bernd Kraft | bk

Grabmal Julius Nolte

Ein weißer Jugendstil-Marmorengel und das mächtige Grabkreuz zieren die Grabstätte von Eduard Julius Ludwig Nolte (1858-1908), Generaldirektor der "Neuen Gas AG".

© 2012 Bernd Kraft | bk

Historische Grabstätten

Auf dem Invalidenfriedhof finden sich zahlreiche wretvolle und historische Grabstätten aus den letzten zwei Jahrhunderten.

 

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Invalidenfriedhof


Der Invalidenfriedhof ist einer der ältesten Begräbnisanlagen Berlins. Er ist auf Grund seiner kulturellen und historischen Bedeutung sowie einzelner Grabdenkmale als Gartendenkmal gelistet.

Der Friedhof entstand 1748, als König Friedrich II befahl, ein Invalidenhaus für "lahme Kriegsleute" nordöstlich vor den Stadtmauern Berlins zu erbauen.
Während der Befreiungskriege 1813-1815 wurden hier namhafte Offiziere des preußisch-deutschen Heeres beigesetzt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts galt es besonders beim Militär als Ehre, auf dem Invalidenfriedof beerdigt zu werden. Um das Renommee des Friedhofs zu steigern, wurde 1835 nach Plänen von Schinkel die Anlage vollkommen umgestaltet und mit repräsentativen Grabmalen ergänzt.
In den Jahren der NS-Herrschaft war die Haltung der Machthaber gegenüber dem Invalidenfriedhof widersprüchlich. Einerseits gab es Bemühungen, den Ort idiologisch zu überhöhen, indem eine riesige überwölbte "Soldatenhalle" gebaut werden sollte. Andererseits sollte der Friedhof nach den Plänen von Albert Speer bei der Umgestaltung Berlins zur "Welthauptstadt Germania" einem gigantischen Wasserbecken von 1200 x 400 Metern weichen.
In den letzten Kriegstagen wurde auf dem Gelände des Friedhofs gekämpft, doch die eigentliche Zerstörung begann mit dem Bau der Berliner Mauer. Der Friedhof wurde zum Grenzgebiet erklärt, Grabmale abräumt, Wachtürme errichtet, Schießanlagen montiert und Betonwege über die Gräber gelegt.
Im Mai 1962 kam es hier zu einem der dramatischsten Grenzzwischenfälle an der Berliner Mauer, als ein 15jähriger Schüler über den Friedhof und den angrenzenden Spandauer Schifffahrtskanal nach Westberlin floh. Dabei wurden mindestens vier Menschen getötet.
Nach der Maueröffnung im Jahre 1990 fanden sich trotz der schweren Verwüstungen aus der DDR-Zeit noch 200 erhaltene Grabmale aus den vergangen 200 Jahren, die die verschiedenen Epochen der Gräberkultur dokumentieren.
Der Invalidenfridhof wurde als Zeugnis seiner wechselvollen preußischen und deutschen Geschichte unter Denkmalschutz gestellt. Der Förderverein Invalidenfriedhof e.V. bemüht sich seit 1992 um Erhaltung und Restaurierung der Anlage und der Grabstätten.


Sehenswürdigkeiten • Attraktionen

Historische Grabstätten, Reste der ehemaligen Grenzanlage


Dieser Beitrag wurde verfasst von Bernd Kraft

© 2012 Alle Rechte vorbehalten. • Letzte Aktualisierung am 27.08.2012.

Adresse

Scharnhornstraße 33
10115 Berlin (Mitte)

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Zugang / Eintrittspreise

frei

Öffnungszeiten

16. März bis 30. September: täglich von 07.00 bis 21.30 Uhr
01. Oktober bis 15. März: täglich von 07.00 Uhr bis 18.30 Uhr

Anfahrt

ÖPNV

S-Bahn:
Berlin-Hauptbahnhof (u.a. S3, S5, S7, S9) oder Nordbahnhof (S2)

U-Bahn:
Zinnowitzer Straße (U6, U8) oder Schwartzkopffstraße (U6, U8)

Bus:
Linie 120 von S+U Hauptbahnhof Richtung Frohnau, 2. Haltestelle "Scharnhorststraße/ Habersaathstraße"

Projektdaten

Größe 2,54 Hektar

Weitere Informationen (Links)

Planung & Konzeption

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