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Skulpturengarten am Georg Kolbe Museum

© 2007 Uwe Thobae | Uwe Thobae Museumsgarten

© 2007 Uwe Thobae | Uwe Thobae Museumsgarten

© 2007 Uwe Thobae | Uwe Thobae Georg Kolbe Museum

Das Atelierhaus-Ensemble, das sich der Bildhauer Georg Kolbe 1928/29 erbauen ließ, stellt ein bedeutendes Beispiel der Berliner Architektur der 1920er Jahre dar. In enger Zusammenarbeit zwischen dem Bauherrn und den Architekten, Ernst Rentsch und Paul Linder, entstand das bauliche Konzept, das einerseits auf die landschaftlichen Vorgaben − ein Waldweg mit Grunewaldkiefern − und andererseits auf die Bedürfnisse des Bildhauers und seiner Familie abgestimmt war. Zwei parallel gelegene, streng kubische Ziegelbauten flankieren einen Skulpturengarten. In Kolbes Atelierhaus dominieren die hohen, hellen Arbeitsräume. Das zweite Gebäude enthielt die Wohnräume für die Familie von Kolbes Tochter, aber auch ein Maleratelier. Dieses Haus war in der Nachkriegszeit entstellend umgebaut worden. Auf der Grundlage einer bauhistorischen Untersuchung konnte 1998 der ursprüngliche Zustand bis hin zur originalen Farbgestaltung wieder hergestellt werden.

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Georg Kolbe

© 1940 unbekannt | Narodowe Archiwum Cyfrowe, Sygnatura: 2-14259a

Biographie

Als Sohn eines künstlerisch interessierten Malermeisters war er 1877 im sächsischen Waldheim geboren worden. Er studierte von 1891−98 Malerei und Zeichnung in Dresden, München und an der Académie Julian in Paris. 1898−1901, begann er eher zufällig mit dem Modellieren; der Bildhauer Louis Tuaillon gab ihm Hilfestellung in technischen Fragen. 1902 lebte Kolbe zuerst in Leipzig, bevor er 1904 nach Berlin zog. Er wurde in die Berliner Secession aufgenommen und vom bedeutendsten Kunsthändler der Stadt, Paul Cassirer, vertreten. 1905 war er einer der ersten Stipendiaten der Villa Romana, Florenz. Um 1911/12 fand Kolbe zu einer eigenständigen plastischen Formensprache. Das Hauptwerk dieser Phase ist die Tänzerin (Nationalgalerie, Berlin). Nach dem Krieg nahm Kolbe in Berlin eine führende Position ein: Schon 1918 war ihm der Professorentitel verliehen worden; 1919 wurde er Mitglied der Preußischen Akademie der Künste und im gleichen Jahr Vorsitzender der Freien Secession, der damals bedeutendsten Künstlergemeinschaft in Berlin. Kolbes Stil änderte sich erneut in der Mitte der 1920er Jahre, gleichzeitig mit der politischen und wirtschaftlichen Beruhigung der Weimarer Republik. Der Bildhauer nahm Abstand von Stilisierungen und unnatürlichen Proportionen; stattdessen modellierte er sportlich bewegte Frauenfiguren mit skizzenhaft lockerer Oberfläche. Den größten Einschnitt in Kolbes Schaffen verursachte 1927 der tragische Tod seiner Ehefrau; danach entstanden keine heiteren Mädchenfiguren mehr, statt dessen Bildwerke, die Trauer und Verlassenheit ausdrücken. Kolbes Menschengestalten der 1930er Jahre sollten im Sinne Nietzsches als Vorbilder wirken. Während der Bildhauer bisher bewegte Figuren bevorzugt hatte, herrschen nun gelassen stehende Gestalten vor. Mit der zusammengebrochenen Gestalt Der Befreite (1945) spiegelte Kolbe die Erschütterung der Deutschen nach dem Kriegsende wider. Der Künstler, der im letzten Lebensjahrzehnt unter einer Krebskrankheit und abnehmender Sehfähigkeit litt, war bis zuletzt tätig. Er starb im November 1947 in Berlin.

 

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Skulpturengarten am Georg Kolbe Museum


Das Atelierhaus-Ensemble, das sich der Bildhauer Georg Kolbe 1928/29 erbauen ließ, stellt ein bedeutendes Beispiel der Berliner Architektur der 1920er Jahre dar. Zwei parallel gelegene, streng kubische Ziegelbauten flankieren einen sehenswerten Skulpturengarten.

Die Anlage des Gartens wurde durch den Bauherren selbst in enger Abstimmung mit seinem Architekten vorgenommen. Hierbei spielten Erinnerungen an landschaftliche Szenerien und Stimmungen, die Kolbe mit seiner Frau bei gemeinsamen Reisen erlebt hatte, eine wichtige Rolle. Der Garten wurde durch eine die beiden Gebäude verbindende Mauer von der Straße abgeschlossen und so zum abgeschiedenen Rückzugsort. Er diente zugleich als geschütztes Arbeitsatelier im Freien, der durch Mauern gefasste Skulpturenhof zur Aufstellung seiner Kunstwerke. Diese Tradition wird mit der Nutzung des Bildhauerateliers als Museum seit 1950 fortgesetzt.

Garten und Gebäude stellen eine untrennbare Einheit dar, die einerseits die ganz persönlichen Vorstellungen des Bauherren und andererseits die modernen Tendenzen von Bau- und Gartenkunst der späten 1920er Jahre in vorbildlicher Weise dokumentieren. Die Architektur steht für eine gemäßigte, völlig auf Kolbe zugeschnittene Formensprache des Modernen Bauens. In ihrer Gesamtkomposition stellt sie ein hervorragendes Beispiel für das Eingehen auf vorhandene Gegebenheiten und die Einbeziehung der Landschaft in das Gesamtbild.

Quelle: Die Texte sind der Internetseite des Georg Kolbe Museum entnommen, aber leicht gekürzt worden.


Dieser Beitrag wurde verfasst von Bernd Kraft

© 2013 Alle Rechte vorbehalten. • Letzte Aktualisierung am 27.02.2013.

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Sensburger Allee 25
14055 Berlin

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Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 - 18 Uhr
Eintrittspreise: je nach Ausstellung unterschiedlich
Nahverkehr: S-Bahn: Heerstr. (Berlin) (S): S5, Bus: Heerstr. (Berlin) (S): M49, X34, X49

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Georg Kolbe

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