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Platz des 9. November 1989

 

 

 

© 2011  | sinai Platz des 9. November 1989

 

 

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Stories

Ort der Kontemplation

Ort der geschichtlichen Information

Ort des öffentlichen Gedenkens

Chronik der Ereignisse

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Platz des 9. November 1989

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Ort der Kontemplation

Der Platz ist mit feingliedrigen Bäumen bestanden. Von Osten her verdichten sich die Einzelexemplare immer mehr zu einem dichten Hain mit fast bedrängender Enge. Der Hain endet abrupt an der engsten Stelle des Platzes. Hier verläuft die Linie für den Moment der Anweisung der sog. Ventilöffnung (21.20 Uhr). Zu diesem Zeitpunkt konnte der erste DDR-Bürger ohne Ausreisepapiere die Brücke überqueren. Als Baumart für den Hain wird Prunus sub. "Autumnalis" vorgeschlagen. Diese Zierkirsche blüht als einzige ihrer Art bei milder Witterung im Herbst. Die Stämme werden nachts beleuchtet.

 

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Ort der geschichtlichen Information

Der Raum zwischen Brückenbastion und dem Kirschbaumhain wird als zentraler Ort der geschichtlichen Information mit vier Bildträgern ausgestattet. Die Bildträger sind dabei drehbar ausgelegt und können so in verschiedener Weise in Beziehung zueinander gestellt werden. Sie sind bewusst konzentriert angeordnet und stehen in unmittelbarer Nähe zum Mauerweg und zur Brücke.

 

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Ort des öffentlichen Gedenkens

Der Bastionsbereich an der Brücke wird als "entrückter", sehr eigener Raum gelesen, der Brücke und der Weite der Bahnanlagen zugewandt. Mit Blick auf den Mauerweg auf dem ehemaligen Grenzverlauf wird hier der Ort des öffentlichen Gedenkens mit dem Gedächtnisstein seinen Mittelpunkt haben.

 

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Chronik der Ereignisse

09:00 h DDR-Ministerien arbeiten an neuer Reiseregelung. 12:30 h Entwurf der Reiseregelung geht an DDR-Ministerrat und SED-Politbüro. 16:00 h SED-Generalsekretär Krenz verliest Reiseregelung im ZK der SED. 18:00 h Beginn der internationalen Pressekonferenz des ZK der SED, Liveübertragung. 18:53 h Reiseregelung gilt "ab sofort, unverzüglich!" Schabowski, SED-Pressesprecher 19:05 h "DDR öffnet Grenze", Tagesschau AP. 19:30 h "Privatreisen nach dem Ausland können beantragt werden", Aktuelle Kamera, DDR. 20:00 h "DDR öffnet Grenze", Tagesschau ARD. 20:15 h 50 Ostberliner an der Bornholmer Straße. 20:40 h "Es ist nicht möglich, Ihnen hier und jetzt die Ausreise zu gewähren", Volkspolizist. 21:20 h "Ventillösung", 500 Ostberliner, "Die am aufsässigsten sind, die lass raus", Stasi-Oberst. 22:42 h „Die Tore in der Mauer stehen weit offen“, Tagesthemen, ARD. 23:20 h "Tor auf! Tor auf! Wir kommen wieder, wir kommen wieder!", Ostberliner. 23:30 h "Wir fluten jetzt! Wir machen alles auf!", Stasi-Offizier. 0:15 h "Wahnsinn" - "Irre" - "Nicht zu fassen", 20.000 Menschen haben die Bösebrücke passiert.

 

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Platz des 9. November 1989 Moment für Moment


In der Erinnerung besteht die Substanz des 9. November 1989 aus der Abfolge starker Einzelmomente.
In den Belag eingelassene Zitate rufen diese emotional belegten Augenblicke und Ereignisse wieder auf.

Motiv
Auf dem schmalen Geländeband an der Bornholmer Straße, am nordostseitigen Fuß der Bösebrücke, soll ein Erinnerungsraum für den 9. November 1989 entstehen, ein Erinnerungsraum für einen Tag also.
Unser Vorschlag für die Platzgestaltung nähert sich in der Auseinandersetzung dem "Moment" als historische Zeiteinheit und als Erinnerungsmotiv. Sofort wurde der 9. November als historischer Tag angesprochen. Beim erinnernden Blick zurück bleibt der Tag als Erinnerungseinheit abstrakt. Er stellt sich (wie viele zuvor) als Fluss von starken Einzelmomenten dar, als sich aufbauender Strom von ungeahnten Neuigkeiten.
Viele der Momente dieses Tages gehören zum häufig wiederholten Kanon unserer medialen Erinnerung und sind bei einem Großteil der Menschen in Deutschland "abrufbar", von Schabowskis "nach meiner Kenntnis... ist das sofort, unverzüglich" bis zum "Wahnsinn" der späten Nacht. Bisher haben sie ihre emotionale Wirkung nicht verloren. Die starken Momente dieses Tages sollen den Ort prägen.
Und wir wollen uns dabei als das entscheidende Moment in dieser Nacht den unseres Wissens nicht dokumentierten Augenblick vorstellen, als sich der erste Mensch aus dieser dichten und anschwellenden Menschenmenge löst und sich auf den Weg über die Brücke macht.


Gestalt
Der langgestreckte, sich verengende Raum ist durchgängig mit wassergebundener Wegedecke, Farbton Anthrazit, bedeckt. Senkrecht auf das Relikt der Hinterlandmauer ausgerichtet, durchziehen rostende Stahlbänder scheinbar unregelmäßig den Bodenbelag.
Tatsächlich folgt ihre Taktung von Ost nach West proportional der Chronologie der Momente vom 9. November 89. Sie sind mit Stunden- und Minutenangaben versehen und mit wörtlichen Zitaten oder Textfragmenten ergänzt. Sie betreffen Ereignisse des Zeitraums von 9.00 Uhr morgens bis Mitternacht.
Hier verläuft die Linie für den Moment der Anweisung der sog. "Ventilöffnung" (21.20 Uhr) - zu diesem Zeitpunkt konnte der erste DDR-Bürger ohne Ausreisepapiere die Brücke überqueren.


Raum
Die vorgeschlagene Raumgliederung ermöglicht ein Wechselspiel zwischen einem Bereich des Gedenkens, einem zentralen Bereich der Information und einem Bereich der Kontemplation. Der gesamte Raum soll sich auch sinnlich und kontemplativ erschließen. Die Ereignisse des Tages lassen sich körperlich in einem kurzen Rundgang ermessen. Der Gang durch den Hain lässt Beengung und offene Weite erleben.


Dieser Beitrag wurde verfasst von Dr. Günter Schlusche, A. W. Faust | sinai

© 2012 Alle Rechte vorbehalten. • Letzte Aktualisierung am 31.08.2012.

Adresse

Bornholmer Straße
(Prenzlauer Berg)

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U-Bahnhof Bornholmer Straße

Projektdaten

Größe 1.350 m²

Bausumme 0,3 Mio. €

Auftraggeber
Land Berlin, Senatsverwaltung
für Stadtentwicklung


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Planung & Konzeption

sinai
Faust.Schroll.Schwarz.

Lehrter Str. 57
10557 berlin

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